Mittwoch, 1. Juni 2016

die erste Nacht

Die erste Nacht


Ich bin viel gelaufen, ich musste ja die größe meines Zimmers erfassen. Immer wieder bin ich den Raum in mit allen Ecken und Kanten abgelaufen. Ich weiß jetzt dass mehrere Türen zu meinem Raum führen und eine Treppe, die nach oben geht.
Dort scheinen sich meine neuen Menschen aufzuhalten aber auch andere Katzen. Ich habe sie schon gehört und gerochen. Hunger habe ich heute morgen noch keinen, es ist alles viel zu aufregend. Heute Mittag kamen die Blutwerte. Okay ich habe eine kleine Nieren Insuffizienz aber das scheint meine Menschen nicht zu stören. Jetzt bekomme ich täglich einen Pieks und fertig.
Es ist eine pflanzliche Kombination, die meine Nieren unterstützen soll. Dazu noch eine Tablettchen gegen Bluthochdruck. Meine neuen Menschen lassen mich sehr viel in Ruhe, sie meinen ich brauche das. Ich laufe aber lieber mein Zimmer ab. Schaue mir die Kuschelhöhlen an, die Toilette und was sonst noch so da ist. Ab und an kommt ein Mensch zu mir und wir schmusen, irgendwie mache ich da wohl etwas richtig, denn ich werde toll gekrault. Wenn es mir nicht passt, dann beisse ich kurz. So versteht auch mein Mensch, dass ich jetzt nichts mehr mag. Okay, es ist nicht die feine Art aber hey, es wirkt!
Ich bin noch sehr aufgeregt. Was wohl noch so alles auf mich wartet? Ich komme ab und an die Treppe hoch um alles zu zeigen dass ich da bin! Ich bin schließlich Kimba! Außerdem habe ich jetzt Hunger und mag ne frische Dose haben. Huuuuungeeeerrr!


Merke:
Blinde Katzen laufen sehr viel, weil sie Ihre Räumlichkeiten kennenlernen wollen. Sie sind nicht hyperaktiv aber sie brauchen länger um im Kopf ein Bild zu bekommen, wie sie leben. Ausserdem müssen sie die Grüche / Höhen / Steigungen kennenlernen.

Montag, 30. Mai 2016

mein erster Tag

Mein erster Tag

Morgens wurde ich abgeholt. In die Tansportbox gehen fand ich nicht so doll, da roch es nach anderen Katzen aber egal. Wir fuhren los. 
Da es am Wochenende zuvor so sehr geregnet hatte waren einige Strassen wegen Erdrutsch gesperrt. So dauerte der Weg zum Tierarzt statt 30 Minuten, 1,5 Stunden! Ich fand das ganze doof und habe das auch ausdauernd mitgeteilt aber es wollte niemand auf mich hören! Beim Tierarzt wurde ich durchgecheckt und die vorhanden Rötgenbilder begutachtet und Blutabgenommen. Warum das so lange dauern muss, verstehe ich nicht aber egal. Das Stechen für die Blutabnahme hätten die sich echt sparen können, ich mag das überhaupt nicht. Aber egal, auf mich hört eh keiner.
Fazit: 
- ich bin immer noch blind und werde es auch bleiben
- ich habe ein Herzgeräusch
- mein Gangbild ist auf Grund der Verwachsung nicht ganz okay aber da müssen wir nichts machen. Denn ich bin ja auch schmerzfrei
- der Leukose / Fip- Schnelltest ist negativ also nicht ansteckend
- restliche Blutwerte folgen

Jetzt habe ich erstmal genug vom Tierarzt und möchte heim. Also wieder 1,5 Stunden Auto fahren... Ich prodestiere lautstark!!! Egal welche Tonlage ich anstimme, sie haben ein Erbarmen.
So, endlich darf ich raus. Oje, ich rieche und höre andere Katzen. Also mal sehen was ich so feststelle. In dem Zimmer indem ich bin ist Teppichboden und es ist warm. Aha, es gibt eine Treppe nach oben. Ein Katzenklo, Kuschelkissen, Wasser und Futter ist auch da. Aber das interessiert mich nicht. Jetzt erstmal hoch.... Wie da ist ne Tür mit Netz?? Proteeeeeest!!! Ich mag da jetzt durch.
Aber irgendwie scheint es niemand zu interessieren... Okay dann geh ich wieder runter und erkunde mein Zimmer.... Das dauert eh eine Weile bis ich die Ecken und Rundungen in meinem Kopf gespeichert habe. Erstmal das Katzenklo einweihen.... aaaah das tut gut. Und weiter gehts. Jede Ecke genau inspizieren. Wie riecht es hier und dort. Puh, das strengt an. Ich schlafe jetzt erstmal aber nicht ohne das lautstark anzukündigen!
Ui, jetzt kommt mein neues Frauchen, mit der schmuse ich jetzt erstmal. Ohh, streicheln ist schön aber nicht zuviel! Bin ja ein ganzer Kerl. Oh das reicht erstmal für Heute.
Gute Nacht!

"Was lernen wir daraus? Blinde Katzen haben zwar ein Handycap, sind auch nur ganz normale Katzen."


Vorgeschichte

Meine Vorgeschichte


Mein Name ist Kimba. Ich bin draussen herumgeirrt bis ich verdreckt und abgemagert gefunden wurde. Ich bin blind, daher finde ich mich in der freien Natur nicht zu recht.
Ich wurde durchgecheckt, die Zähne wurden saniert und kam an einen Pflegeplatz an dem ich nicht bleiben durfte. So kam ich an eine Frau, die einfach nur eine einzelne Katze haben wollte. Sie hatte noch nie Katzen, schnell wurde klar dass ich zur Last fallen könnte. Da ich humpelte und der Tierarzt einen verwachsenen Wirbel feststellte, dessen Auswirkung Kosten- und Zeitintensiv werden könnten. Nach Kontakt mit der Tierhilfe war beschlossen dass ich eingeschläfert werde, weil ich schwer vermittelbar bin!

Warum ich schwer vermittelbar bin?

- ich bin blind
- ich habe einen verwachsenen Wirbel
- mir wird nachgesagt, ich verstehe mich nicht mit anderen Katzen
- ich bin alt

Aber die Welt ist manchmal ein Dorf.
Es sprach sich rum und so bekamen das auch meine neuen Besitzer mit. Sie wollten diese Aussage nicht glauben und besuchten mich. Ich habe mich gleich mal eingeschleimt indem ich geschnurrt  und mich sogar hingeworfen habe. Ja, ich bin immer noch sehr dünn aber das kann man ja ändern. Auch das ich mit anderen Katzen nicht kann, liessen die neuen Besitzer nicht beeindrucken. Kurz und gut! Ich durfte nach Ihrem Urlaub zu Ihnen kommen.
Das Abendteuer kann beginnen. Ich bin bereit :)